Rundenstart am Samstag gegen Balingen.


„Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, sportlich wie wirtschaftlich“, freute sich Organisator Jochen Kühnle über den Verlauf des Eingangsturniers zum DHB-Pokal von der ausrichtenden HG Oftersheim/Schwetzingen. Die Überraschungen blieben aus, aber die hochklassigen Partien waren pure Werbung für den Handballsport in Baden.

Diese Faszination können die HG- und andere Handball-Anhänger gleich am nächsten Wochenende erneut erleben. Am Samstag, 19.30 Uhr, geht der Drittligaspielbetrieb mit der Partie gegen den HBW Balingen/Weilstetten II los.

Die favorisierten Handball-Erstligisten gaben sich am ersten Tag des DHB-Pokal-Turniers in Schwetzingen keine Blößen, entledigten sich samstags ihrer Pflichtaufgaben und standen sich sonntags  im "Endspiel" um den Achtelfinaleinzug gegenüber. MT Melsungen bezwang Zweitliga-Absteiger TV Neuhausen mit 40:22 (20:12). Die TSG Friesenheim rang den gastgebenden Drittligisten HG Oftersheim/Schwetzingen mit 28:23 (12:10) nieder. "Ich bin mir nicht sicher, ob nicht mehr drin gewesen wäre", meinte HG-Coach Holger Löhr, war aber sehr stolz auf den Auftritt seiner Truppe. Ebenso erging es Benjamin Matschke, Trainer der TSG Friesenheim, der dann mit seinem Team mit 25:29 (13:14) als Bundesliga-Aufsteiger das Nachsehen hatte, aber dem höher gewetteten Gegner ordentlich Paroli geboten hatte.

Auch Holger Nickert, Präsident des Badischen Handball-Verbandes, war voll des Lobes. Denn nicht nur die HG trug eines diese Turniere – oft risikobehaftet – aus, es war gleich drei Veranstaltungen im Verbandsbereich. „Ich bin stolz darauf,diesen Verband zu vertreten. Das spricht für unsere gute Arbeit und für unsere handballaffine Region.“

MTM - TVN 40:22 (20:12)
Der körperliche Unterschied im ersten "Halbfinale" wurde gleich beim Einlaufen der Kombattanten klar ersichtlich. Und so rannten die Außenseiter schon im ersten Angriff förmlich gegen eine Wand. Wenn nicht, war Johan Sjöstrand (später Nebojsa Simic) im Tor zur Stelle. Aber die Süddeutschen kämpften, wenn auch letztlich mit stumpfen Waffen. Ein Siebenmeter brachte das 1:2 (5.), ein rausgefangener Ball das 2:2, Spielzüge das 3:3 und 4:4 (8.). Doch dann setzte sich die Überlegenheit des Favoriten durch, ließ er sich nicht länger ärgern (7:4/11:5). Die Einwechselung von Simon Tölke (durfte als einziger des TVN als einigermaßen ebenbürtig betrachtet werden) im Kasten und ein Timeout brachten zwar einige positive Effekte (13:10), aber keine Trendwende. Nach der Pause drehten die Hessen so richtig auf (28:14/4.), verschnürten den sprichwörtlichen Sack recht schnell. Aber jede gelungene Aktion des Underdog wurde intensiv bejubelt und gefeiert.

Die Höhe des Endergebnisses sei ihm etwas zu hoch ausgefallen, monierte der unterlegene Trainer Anel Mahmutefendic. "Aber es war eine tolle Erfahrung für die Jungs. Jetzt wissen sie, was noch fehlt, um ein solches Niveau zu erreichen. Was wir vorhatten, die Abwehr zusammenzuhalten, hat ganz gut funktioniert. Aber auf dieser Ebene wird jeder Fehler sofort bestraft."

Entsprechend zufrieden war Melsungens Coach Michael Roth. "Es war in guter Auftakt, aber morgen wird es wohl viel schwerer. Wichtig war, nach unseren Anfangsproblemen, die Partie im Griff zu haben, zu dominieren, so dass wir wechseln und manche Spieler schonen konnten. Und natürlich, dass sich keiner verletzt hat."

MTM: Sjöstrand, Simic; Maric (5), Kühn (5), Lemke, Golla (3), Reichmann (7/1), Mikkelsen (1/1), Danner (1), P. Müller, Boomhouwer (5), Schneider (3), Allendorf (2), Jaanimaa (4), M. Müller, Haenen (3).

TVN: Tölke, Birkenheuer; Stotz (1), Weisser (1), D. Reusch (3), Stahl (2), Lourenco (3/1), Greve (1), Keupp (1), Michalik (4/2), Toom (1), J. Reusch (1), Fischer (2), Abadie (2).

Zuschauer: 150.


HG O/S - Eulen 23:28 (10:12)
Zweimal - zum Start (1:4, 2:8) und nach der Pause - ließen die HG-Akteure ein wenig die Flügel hängen, was Löhr zu jeweils frühen Auszeiten nötigte (9., 34.). Oft stand ihnen Eulen-Keeper Roko Peribonio im Weg. Aber der Gastgeber gab nicht vorschnell auf und war irgendwann wieder im Spiel drin. Stark umjubelt dann Lukas Sauers Gewaltwurf zum 9:9 (27.) wie auch der Siebenmetertreffer seines Bruders Alex zum 10:10. Nach dem Hänger bis zum 11:15 blieb der Rückstand weitgehend konstant. Die TSG durfte sich keinen Moment der Entspannung gönnen. Der Hausherr lieferte ein packendes Match ab. Torwart Marius Gabel (kassierte nach starken Paraden noch vor der Halbzeit drei Abpraller) stand nun Peribonio in fast nichts nach und vorne hatte Simon Förch das rechte Maß gefunden. Ja es wurde sogar noch einmal richtig eng (19:21 bis 21:23/55.). Der Anschluss lag mehrfach in der  Luft, fiel aber nicht.

So war Friesenheims Trainer Benjamin Matschke "zufrieden, wir haben unser Ziel, die nächste Runde erreicht, das Pflichtsoll erfüllt. Uns war klar, dass die HG vor heimischem Publkum etwas probiert". Sein Oftersheim/Schwetzinger Pendant erklärte: "Wir habne uns sehr gut und teuer verkauft. Wichtig für mich war, dass die Jungs einen weiteren Schritt nach vorne machen. Und die Abwehr im Wettkampf getestet wurde."

HG: Herb, Gabel; Barthelmeß (2), Meserschmidt (2), Rudolf, Förch (7), Zipf, L. Sauer (2), Krämer (2), Fritsch, Mehl (1), A. Sauer (4/3), Fendrich, Körner, Hideg (3).

TSG: Klier, Peribonio (2); Stüber (2), Dietrich (2), Scholz (3), Haider, Heß, Feld (1), Remmlinger, Falk (3), Durak, Bührer (2), Djozic (5/3), Dippe (6), Schmidt (2).


MT Melsungen - TSG Friesenheim 29:25 (14:14)

Es war ein Vorgeschmack auf die anstehende Bundesligasaison, ihre Generalprobe, waren sich die beiden Trainer einig. Letztlich siegte der Favorit MT Melsung gegen Erstliga-Aufsteiger TSG Friesenheim mit 29:25 (14:13) und zieht ins Achtelfinale des DHB-Pokals ein.

Nachdem der Auftakt ausgeglichen verlaufen war, reichten ein vergeigter Siebenmeter und weitere Bälle, die Beute von MTM-Keeper Johan Sjöstrand wurden, den Hessen, sich auf 8:5 abzusetzen. Aber vier Paraden von Eulen-Torwart Kevin Klier später, hatte die TSG mehrfach Chancen auszugleichen, die aber nicht genutzt wurden. Julius Kühn, Timm Schneider, Michael Müller und Co. taten sich aber dennoch schwer, den Pfälzer Abwehrriegel zu durchbrechen. Mit einem "Triple" von Pascal Durak (Siebenmeter und zweimal über Rechtsaußen) kamen die Eulen zu Anschlusstreffern. Noch ein paar Abwehraktionen von Klier und Tore von Jan Remmlinger und Jonathan Scholz sorgten für die zwischenzeitliche, letztlich aber auch einmalige Führung Friesenheims. Zwei Konter durch Tobias Reichmann sorgten für den Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel legte MTM dann vor, setzte sich aber nicht wirklich entscheidend ab. Doch da dann Stück für Stück bei der TSG etwas schief lief, erarbeitete sich der Favorit den vorentscheidenden Vorsprung (23:18/46.) Mit einer Auszeit wollte Eulen-Coach Benjamin Matschke noch gegensteuern, doch der Rückstand blieb zementiert, obwohl der Außenseiter aufopferungsvoll kämpfte. Aber mehr war nicht drin.

Trotzdem ausreichend genug für Matschke, um Zufriedenheit zu verbreiten. "Unsere Jungs haben Courage gezeigt, sind gegen einen starken Gegner gut aufgetreten. Darauf müssen wir aufbauen. Für sein Gegenüber Michal Roth war nur von Bedeutung: "Wir sind eine Runde weiter - und nur das zählt im Pokal. Es war die erwartet schwere Partie, wir sind nicht richtig in Gang gekommen, haben etwas geschludert, aber es hatte einen guten Ausgang. Es zeigte uns aber auch, dass man immer konzentriert sein muss, dass sich keine Überheblichkeit einschleichen darf. Der Spielverlauf war nicht ganz so wie gedacht, die Generalprobe zeigte uns, wo noch Arbeit ist, dass wir zusammenwachsen müssen. Das Ergebnis war letztlich okay, die Spielweise nicht."

MTM - TSG 29:24 (14:13)

MTM: Sjöstrand, Simic; Maric, Kühn (4), Lemke, Golla, Reichmann (8/3), Mikkelsen, Danner (2), P. Müller (5), Boomhouwer (1), Schneider (2), Allendorf (2/1), Jaanimaa (2), M. Müller (3), Haenen (3).

TSG: Klier, Peribonio (2); Stüber, Dietrich (2), Scholz (2), Haider (1), Heß, Feld (4), Remmlinger (2), Falk, Durak (4), Bührer, Djozic (4/4), Dippe (1), Schmidt (5).

Zuschauer: 300.

HG Oftersheim/Schwetzingen  MT Melsungen  TV Neuhausen  TSG Ludwigshafen-Friesenheim

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