HBF kompakt: In der Handball Bundesliga Frauen hat das Spitzenduo seine Position gefestigt, für die TuS Metzingen ging es hingegen um zwei Plätze nach unten auf Rang 5 und auch im Tabellenkeller ist Neckarsulm auf den vorletzten Platz zurückgefallen.


Nach einer Nationalmannschaftspause geht es in der Liga erst am Osterwochenende weiter.

Der Thüringer HC hat seine Tabellenführung weiter gefestigt und auch die Auswärtshürde Metzingen mit einem 31:27 (13:17) letztlich erfolgreich gemeistert. Der Erfolg war einer Steigerung in der zweiten Spielhälfte zu verdanken, in der sich die Abwehr steigern konnte, Dinah Eckerle nach schwächerer erster Halbzeit noch auf zehn Paraden kam und eine alles überragende Beate Scheffknecht mit 12 Feldtoren zur spielentscheidenden Akteurin wurde. "Wir haben innerhalb von sieben Tagen drei unglaubliche Spiele gehabt. Wenn man sich überlegt, was die Mädels in dieser Woche geleistet haben, das wertet diese zweite Hälfte noch mehr auf", so THC-Trainer Herbert Müller. Metzingens Kreisläuferin Julia Behnke ärgerte sich: "Wir scheitern wieder an uns selbst. Eine schöne Halbzeit reicht eben nicht. Ein Spiel geht 60 Minuten."

Einziger Verfolger in der Meisterschaft ist die SG BBM Bietigheim, die nach dem 29:23 in Blomberg den Rückstand bei fünf Punkten hält. "Einmal mehr haben sie eine sehr fokussierte und überzeugende Leistung gezeigt", lobte SG-Trainer Martin Albertsen seine Spielerinnen und ergänzte: "Die HSG Blomberg ist ein sehr heimstarkes Team, doch unsere Mannschaft hat diese Aufgabe perfekt gelöst." "Ich gratuliere Bietigheim zum auch in der Höhe verdienten Sieg. Das Beste am Spiel war das Ergebnis. Wir haben uns von der Erfahrung des Gegners teilweise abkochen lassen. Bietigheim hatte auf alles eine Antwort und wir haben zu viele Fehler gemacht", resümierte Blombergs Trainer Andre Fuhr.

Weitere fünf Punkte dahinter folgen Buxtehude und Dortmund, die beide an Metzingen vorbeizogen und nun einen Zähler vor den TusSies und zwei Punkte vor Blomberg liegen. "Das ist eine schöne Momentaufnahme", sagte Leun nach dem 34:28 (16:16) bei Frisch Auf Göppingen und ergänzte: "Als der Gegner angefangen hat Fehler zu machen und Chancen zu vergeben, da waren wir da." "Wir probierten verschiedene Varianten, aber es nutzte nichts", betonte Göppingens Coach Aleksandar Knezevic mit Blick auf den 2:9-Lauf seiner Mannschaft zum vorentscheidenden 22:29.

Dortmund siegte hauchdünn gegen die HSG Bad Wildungen Vipers mit 22:21 (9:11). "Ich freue mich, dass wir die zwei Punkte haben. Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht und die gut vorbereitete Manuela Brütsch im Tor warmgeschossen", so Dortmunds Trainerin Ildiko Barna. Vipers-Trainerin Tessa Bremmer betonte mit Blick auf die zweite Halbzeit: "Wir waren dann zu passiv und haben zu viele einfache Abschlüsse kassiert."

Göppingen hat nun weiterhin einen Zähler Rückstand auf Blomberg und ist wieder punktgleich mit Bayer Leverkusen, das sein Heimspiel gegen Schlusslicht HC Rödertal mit 20:19 für sich entscheiden konnte. Die Gäste aus Sachsen waren knapp vor den ersten Zählern der Saison, doch Leverkusen drehte die Partie nach dem 16:18 (52.) noch einmal und Sally Potocki erzielte drei Minuten vor dem Ende schon den Siegtreffer. "Wir haben heute die zweite Halbzeit mit 12:6 für uns entschieden. Damit bin ich sehr zufrieden. Jeder konnte sehen, dass wir wieder einen Schritt nach vorne gemacht haben. Eigentlich war das Momentum auf unserer Seite, aber trotzdem haben wir den Sieg um Haaresbreite verpasst", so HCR-Trainer Maximilian Busch. Leverkusens Trainerin Renate Wolf erklärte mit Blick auf den 14:7-Halbzeitstand: "Die erste Halbzeit war vom spielerischen her nicht so deutlich wie das Zwischenergebnis vermuten lässt. Katja Kramarczyk hat einige 100%ige Chancen des HCR weggenommen. In der zweiten  Halbzeit haben wir fahrig agiert und aufgehört Handball zu spielen. Zum Glück haben wir in den letzten fünf Minuten gut gekämpft und konnten so unsere Abwehr wieder stabilisieren."

Leverkusen hat nun schon sieben Punkte Vorsprung auf die Verfolger, dort liegt neben Bad Wildungen auch der VfL Oldenburg, der sein Heimspiel gegen die HSG Bensheim/Auerbach mit 26:30 verlor. "Mit der ersten Halbzeit war ich noch einigermaßen zufrieden, auch wenn wir da höher hätten führen müssen. Aber schon da haben wir zu viele Fehler gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir uns absolut desolat präsentiert. Das hatte nicht mehr viel mit Handball zu tun was wir da abgeliefert haben", so Oldenburgs Trainer Niels Bötel. Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm, dessen Team auf Platz 12 kletterte: "Ich bin absolut froh, dass wir heute hier gewonnen haben. Das war eine absolute Energieleistung. Wir haben in der Vergangenheit mehrfach enge Spiele verloren. Diesmal nicht. In der ersten Halbzeit waren wir noch zu undiszipliniert, aber nach der Pause haben wir gemerkt, dass heute etwas geht und gekämpft und verdient gewonnen."

Überholt hat das Team von der Bergstraße die Neckarsulmer Sport-Union, die ihr Heimderby gegen den TV Nellingen mit 25:29 verlor. "Nellingen hat den Sieg heute verdient. Wir haben wie in Bietigheim sehr gut angefangen und spielen plötzlich wieder mit Angst. Mit Angst kann man aber keinen Handball spielen. Wir waren im Angriff zu hektisch und in der Abwehr haben wir nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben", so eine enttäuschte Annamaria Ilyes nach der Partie. Ihr Nellinger Pendant Pascal Morgant erklärte: "Taktisch und von der Einstellung war das heute eine überragende Leistung. Wir wussten, dass Neckarsulm mit voller Kraft ins Spiel gehen wird, deshalb mussten wir gegenhalten, aber das hat gut funktioniert. Wir haben auch ein paar Tore Rückstand in Kauf genommen, denn wir wussten, dass wir über die Zeit kommen. Schon zur Pause waren wir mit vier Toren vorne, darum war es spannend, wie wir aus der Halbzeit kommen. Wir hatten zwar etwas Leerlauf, haben uns aber nie aus der Ruhe bringen lassen und verdient gewonnen."

Tabelle 1. BL Frauen
Tabelle 2. BL Frauen

Handball Bundesliga Frauen

Zum Seitenanfang