Thüringer HC kämpft um CL-Viertelfinale, Metzingen in Schlagdistanz zu Bietigheim.


In der Handball Bundesliga Frauen ist der 15. Spieltag absolviert. Im Titelrennen konnte der Thüringer HC seine Spitzenposition ausbauen. International hat der Ligaprimus noch Chancen auf das Erreichen des Viertelfinals, dafür müsste man allerdings am kommenden Wochenende das Heimspiel gegen Buducnost Podgorica gewinnen. Dementsprechend beginnt schon unter der Woche der 16. Spieltag mit den Partien zwischen Neckarsulm und dem Thüringer HC sowie dem Heimspiel zwischen der SG BBM Bietigheim und dem VfL Oldenburg.

Deutsch-deutsches Duell in der Champions League: Der Thüringer HC konnte bei der SG BBM Bietigheim klar mit 34:21 gewinnen und hat bei zwei Zählern Rückstand auf Buducnost Podgorica noch Chancen auf den Sprung in die K.O.-Runde. "Wir wollten uns heute von unserer besten Seite zeigen. Nach der schwachen Anfangsphase haben wir uns in der Abwehr stabilisiert und vorne getroffen. Leider haben wir danach zu viele technische Fehler gemacht. Dies wurde bestraft", bilanzierte BBM-Trainer Martin Albertsen. THC-Coach Herbert Müller betonte: "Ich freue mich heute ganz besonders über den Sieg, wo wir doch sechs Verletzte zu beklagen haben und wir 'ohne sechs' antreten mussten. Aus diesem Grund, finde ich, ist es ein sensationeller Sieg."

In der Liga hat der Thüringer HC bereits fünf Punkte Vorsprung. Der THC gewann unter der Woche mit 37:27 gegen den VfL Oldenburg, Bietigheim kam in Göppingen nicht über ein 27:27-Unentschieden hinaus. Der Deutsche Meister hat hingegen nur noch einen Pluspunkt Vorsprung gegenüber dem Drittplatzierten TuS Metzingen. Die Ermstälerinnen siegten bei Schlusslicht HC Rödertal mit 36:25. "Wir waren in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit plötzlich nicht mehr aggressiv in der Deckung, standen viel zu defensiv. Wir müssen agieren, nicht reagieren. Das haben die Mädels nach dem Seitenwechsel dann wieder viel besser gemacht", so Metzingens Trainer René Hamann-Boeriths mit Blick auf den Spielverlauf, wo man nach einer 10:3-Führung nur ein Zwei-Tore-Polster (15:13) in die Pause genommen hatte. HCR-Trainer Maximilian Busch erklärte: "Wir haben heute wieder eine Halbzeit genauso gespielt, wie wir es uns vorgestellt haben. Ich kann nicht verstehen wieso die Mädels dann nicht mit Überzeugung in die zweite Halbzeit gehen. Wir müssen über 60 Minuten an uns glauben. Wir arbeiten jeden Tag richtig hart und haben auch heute wieder gut gekämpft. Deswegen bin ich mir sicher, dass wir irgendwann nicht nur siegen wollen, sondern dies auch können und werden."

In Schlagdistanz zu den TuSsies sind mit zwei Punkten Rückstand Buxtehude und Blomberg. Buxtehude besiegte Bad Wildungen mit 37:22 (19:12). "Ich bin rundherum zufrieden, weil ich ein schönes Handballspiel gesehen habe", so BSV-Trainer Dirk Leun, der froh war, "dass Lockerheit und Selbstvertrauen wieder zurück sind. Ich hätte nicht mit einem Sieg in dieser Höhe gerechnet." "Wir dürfen nicht in dieser Art und Weise verlieren", so Vipers-Trainerin Tessa Bremmer.

Blomberg hingegen setzte seinen derzeitigen Lauf mit einem 37:25 über die Neckarsulmer Sport-Union fort. "Ich bin natürlich sehr zufrieden, dass unsere Serie gehalten hat. Wir haben über weite Strecken temporeichen und begeisternden Handball geboten. Außerdem konnten wir etwas für unser Torverhältnis tun", meinte ein zufriedener André Fuhr, Trainer der HSG Blomberg-Lippe, nach Spielschluss. "Uns war klar, dass wir hier nur schwer etwas holen können und über uns hinaus wachsen müssen. Ich erwarte deshalb, dass die Mannschaft immer über 60 Minuten kämpft und das haben sie heute wirklich gut gemacht. Jetzt gilt es, das Team wieder aufzubauen und weiter zu kämpfen. Wir haben noch viel Arbeit, müssen vor allem im konditionellen Bereich weiter arbeiten. Aber unsere Spiele, in denen wir punkten müssen und vor allem auch können, kommen noch", sagte NSU-Trainerin Annamaria Ilyes nach Spielende.

Zwei weitere Punkte dahinter folgt derzeit Borussia Dortmund auf Rang sechs. Bei der HSG Bensheim/Auerbach siegten die Westfälinnen mit 25:23 (11:10). "Es ist ziemlich bitter, wieder ohne Punkte dazustehen", gab HSG-Trainerin Heike Ahlgrimm nach der Partie zu Protokoll, denn ihre Mannschaft hatte einen Sieben-Tore-Rückstand noch fast einmal aufgeholt und den Ausgleich auf der Hand, als dann Clara Woltering beim 24:23 einen hundertprozentigen wegnahm und im Gegenzug Nadja Mansson die Entscheidung herbeiführte. "Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass wir in dieser Halle bestanden haben. Es war klar, dass Bensheim nicht aufhören würde, zu kämpfen", so Dortmunds Trainerin Ildiko Barna erleichtert.

Einen Zähler hinter Dortmund ist nicht nur Göppingen, sondern auch Bayer Leverkusen. Die Werkselfen gewannen beim TV Nellingen mit 25:23 (14:13) und haben nun drei Punkte Vorsprung auf Oldenburg. "Mit dem Ergebnis bin ich natürlich zufrieden. Wir haben heute den Kampf angenommen. Ein Sonderlob an die erneut starke Katja Kramarczyk sowie unsere Deckung. Aber auch Sally Potocki, Mia Zschocke und Amelie Berger sind heute hervorzuheben. In der Offensive hätten wir sicherlich noch effektiver agieren können", so Leverkusens Trainerin Renate Wolf. Hornets-Coach Pascal Morgant, dessen Team weiterhin punktgleich mit Neckarsulm mit einem Punkt über dem Strich bleibt, betonte: "Wir haben es über 60 Minuten geschafft, an sie ranzukommen, haben mit allen Mitteln gekämpft, die wir hatten. In Abwehr, Angriff, mit Gegenstoß und Rückzugsbewegung haben wir alles in die Waagschale geworfen, aber man muss auch zugeben, dass Leverkusen immer einen kleinen Schritt voraus war. Den haben wir heute nicht aufholen können."

*Der SVG Celle hat seine Mannschaft vor Saisonbeginn zurückgezogen und wird daher als erster offizieller Absteiger gelistet. Weitere Informationen zur 1. und 2. Handball Bundesliga Frauen finden Sie auf www.hbf-info.de .

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