Ist es eigentlich angebracht, nach einem 34:22-Sieg noch über das zu diskutieren, was nicht gut gelaufen ist?


Eigentlich nicht, sollte man aber trotzdem machen, weil schließlich nächste Woche das Final Four um den DHB-Pokal in Stuttgart ansteht. Dort muss die TuS Metzingen in Bestform auftreten, wenn sie das Halbfinale gegen Bietigheim siegreich gestalten will. Eine solche hat sie gestern freilich nicht gebraucht, weil der VfL Oldenburg doch vieles schuldig blieb – oder sich vielleicht schon auf Pfingsten konzentrierte. Auch die Nordlichter kommen nämlich nach Stuttgart. Es bleibt unter dem Strich festzuhalten, dass die TuS Metzingen vieles richtig gemacht hat. Das, was noch nicht so prickelnd war, wird unter der Woche angesprochen.

„Über einen Auswärtssieg mit zwölf Toren muss man sich nicht schämen. Wir können das aber einordnen“, sagte TuS-Manager Ferenc Rott. Viel vorgenommen hatte man sich für die Generalprobe, zu Beginn konnte wenig davon umgesetzt werden. „Wir waren unkonzentriert, am Anfang nicht präsent und haben zu viel verworfen“, so Rott. Damit meinte er die Phase bis zum 8:8 (19.), als sich Oldenburgs Keeperin Julia Renner oft auszeichnen konnte. Bis zum Pausenpfiff hatten bei den Gästen vier ganz freie Möglichkeiten der Marke „100 Prozent“ nicht den Weg ins Tor gefunden. Das 8:8 war aber der Wendepunkt in der Partie. Treffer von Shenia Minsevskaja, Marlene Zapf und Katharina Beddies führten zum 8:11 (23.) und von dort ging es hoch zum 10:16-Halbzeitstand. „Sheni“ Minevskaja war daran mit 8/6 Toren maßgeblich beteiligt.

Deutlich besser

„In der ersten Hälfte waren wir nicht so gut, in der zweiten alle deutlich besser. Da wurde ich oft freigespielt und konnte deshalb etliche Tore machen.“ Deren sechs wurden in der Endabrechnung für Maren Weigel notiert, die damit beste Feldtorschützin war. Rechtzeitig vor dem Pokal-Wochenende hat es bei der Halblinken den berühmten Ruck getan. Ein solcher ging nach dem Seitenwechsel auch durchs komplette TuS-Team. „Wir wurden aggressiver in der Abwehr und schlossen konzentrierter ab“, freute sich Ferenc Rott.

Weil der VfL nun nicht mehr viel auf die Reihe bekam, rauschte die TuS von dannen. Nach Weigel-Doppelpack stand es in der 38. Minute 14:21, für den ersten zweistelligen Abstand zeichnete Marlene Zapf verantwortlich (18:28, 51.). Bei der TuS kamen alle Spielerinnen zum Einsatz. So konnte Miriam Welser zeigen, dass sie auch in der ersten Liga eine Abwehrreihe aufmischen kann, Annika Ingenpaß löste Minevskaja am Siebenmeter-Strich ab, Jasmina Jankovic hielt ihrerseits einen Oldenburger Versuch. Es hat am Ende alles gepasst. Der 34:22-Erfolg war mehr als ein Statement. Freuen durfte man sich auch ein bisschen. „Wir wollen ja die Option offenhalten, über die Platzierung in den EHF-Cup zu kommen“, unterstrich Ferenc Rott. Maren Weigel mag den anderen Weg viel lieber: „Wenn wir den Pokal gewinnen, sind wir europäisch.“ Ganz genau. Das Spiel in Oldenburg wurde schnell abgehakt. „Mit den Gedanken sind wir schon beim Final Four“, sagte Ferenc Rott, kurz bevor der Bus zur langen Heimfahrt ablegte.

Prellung bei Großmann

Ina Großmann trat selbige mit einem bandagierten Knie an. „Sie hat eine schmerzhafte Prellung über dem Knie. Das sollte nach zwei Tagen Pause aber besser werden. Ich rechne fest mit ihr am nächsten Wochenende“, kommentierte Ferenc Rott die Verletzung der schnellen Linksaußen, die schon im ersten Abschnitt raus musste. (Quelle: Südwestpresse – Wolfgang Seitz)

So spielte die TuS Metzingen:
Jankovic, Roch - Zapf (4), Amega (3), Kobylinska (1), Welser (2), Minevskaja (9/7), Karlsson (1), Ingenpaß (3/2), Großmann, Weigel (6), Obradovic (1), Beddies (2), Behnke (2).

TuS Metzingen

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