„Diese Spiele werden uns ein Leben lang in Erinnerung bleiben“


Nach der tollen zweiten Halbzeit beim 31:20-Sieg in Willstätt musste sich die HSG Konstanz im Heimspiel gegen Neuhausen mit einem Remis begnügen (32:32). Kämpferisch konnte man dem Drittliga-Meister gegen einen sehr gut auftretenden Gegner nichts vorwerfen, dennoch war man im Konstanzer Lager wenig zufrieden, wie Spielmacher Tim Jud im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas verriet.

Tim, wie fällt dein Fazit angesichts so nicht gewohnten Leistung in der Deckung, in der Chancenverwertung und der Fehlerzahl aus?
Zufrieden können wir nicht sein. Das ist nicht unser Anspruch. Weder das Remis, noch die Leistung über 60 Minuten. Wir haben in der Abwehr nie zu unserer Stabilität gefunden, auch wenn es gute Phasen gab. Durch Unkonzentriertheiten ist es uns im Angriff ebenfalls schwer gefallen. Da haben mir viel Tempo und Entschlossenheit gefehlt. So kam eines zum anderen. Neuhausen hat es gut gemacht, wir waren am Ende in Überzahl nicht clever genug. Daraus müssen wir lernen.

Wie schwer war es, die Spannung und den Fokus nach der frühen Meisterschafts- Entscheidung hoch zu halten?
Nach der Meisterschaft ist zunächst schon etwas Spannung abgefallen. Das ist so. Dies darf aber nicht als Ausrede zählen. Wir hatten ein Heimspiel, der Gegner kämpft gegen den Abstieg. Auf die leichte Schulter hat das Spiel sicher niemand genommen. Wir wollten gewinnen, Verletzungssorgen hin oder her. Wir haben genügend Spieler, die in die Bresche springen können. Das haben sie in den letzten Wochen bereits gezeigt. Wir müssen mit den Ausfällen klarkommen und wollten dennoch erfolgreich sein.

Geht jetzt angesichts dieser Erfahrung und der schnell nahenden Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga noch einmal ein Ruck durch das Team?
Jedem bei uns ist bewusst, dass es in dieser Liga nicht reicht, mit angezogener Handbremse zu spielen. Dafür sind die Teams alle zu gut. Das kann ein Warnschuss sein. Ich würde dieses Spiel angesichts der Leistungen zuvor aber nicht überdramatisieren. Das war nicht unsere beste Leistung und es braucht mehr. Einen Ruck wird es aber eher wegen der nahenden Relegation geben als aufgrund des Unentschiedens. Diese zwei Spiele werden uns schließlich ein Leben lang in Erinnerung bleiben.

Die entscheidenden Wochen haben begonnen. Nur noch vier bleiben vor den Alles-oder-nichts-Duellen am 11. Und 18. Mai übrig.
Jeder spürt, dass diese Duelle immer näher kommen. Die Vorfreude steigt, gerade, wenn man sieht, wie viel Interesse jetzt schon an diesen Spielen und dem Vorverkauf besteht. Jetzt heißt es Vollgas geben und alles aus sich herausholen. Wir haben noch zwei Spiele davor, wollen uns hier von unserer besten Seite zeigen, Gas geben und perfekt eingestellt für die Entscheidung sein.

HSG Konstanz   TSV Neuhausen/Filder
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